Briefe an die Politik

LiebeR Herr/Frau …,

ich wohne südlich von Graz und bin sehr gerne in den Murauen. Dieser Auwald ist sehr wichtig für mich und meine Familie und man kann sich dort echt gut erholen. Durch die geplanten Wasserkraftwerke würde das alles sinnlos zerstört werden, da die Leistung der beiden Kraftwerke gerade mal hoch genug ist, um die Energieverbrauchssteigerung für ein Jahr zu begleichen. Man könnte das viele Geld für dieses Projekt viel sinnvoller und umweltfreundlicher einsetzten. Zum Beispiel könnte man damit beginnen, alternative Energieformen wie die Solarenergie zu fördern. Immer wieder wird das Argument gebracht, dass Wasserkraft besser sei, als die Atomkraft. Doch es ist doch lächerlich, dass so viele glauben, dass die einzige bessere Energieform als die Atomkraft, die Wasserkraft sei. Viele Menschen würden sich Sonnenkollektoren oder Photovoltaikanlagen auf das Dach montieren, wenn sie billiger und leichter erhältlich wären.

Noch dazu wird ein wertvoller Landschaftsschutzraum dafür geopfert und viele Tier- und Pflanzenarten dadurch gefährdet. In der langen Bauphase bis zu 5 Jahre würden die gesamten beheimateten Tierarten verschreckt und vertrieben werden. Die jetzigen Rodungsarbeiten sind überstürzt und illegal. Der Bau darf erst dann beginnen, wenn die Steweag-Steg GmbH alle Grundstücke besitzt, was noch nicht der Fall ist. Deshalb sollte ein Stopp der Schlägerungsarbeiten verlangt werden. Denn die Bäume, die jetzt gefällt werden, werden noch länger nicht nachwachsen und auch wenn danach wieder aufgeforstet wird, wird es nie wieder ein so wertvoller, toller Wald werden.

Mit freundlichen Grüßen A. H.

Liebe Frau H.,

Danke fuer Ihr Mail, das mich wirklich sehr gefreut hat! Sie haben mit all Ihren Argumenten absolut Recht. Wie Sie vielleicht gehoert haben, bemuehen wir uns sehr, die Rodungen abzustoppen. Rechtlich gesehen ist uns das noch nicht gelungen. Aber ich kann ihnen versichern, dass wir sowohl bei doiesem Projekt als auch insgesamt beim Klimaschutz und der Energiewende intensiv fuer erneuerbare Energie und gegen Umweltzerstoerung kaempfen.

Danke fuer Ihr Engagement und alles Gute! I Lechner-Sonnek

Sehr geehrte Frau H. ,

herzlichen Dank für das Vorbringen Ihres Anliegens, das wir sehr ernst nehmen. In Bezug auf Ihr Schreiben vom 13. März 2009 an Herrn Landeshauptmann Mag. Franz Voves wird nach Erhebungen durch die zuständige Fachabteilung 13A mitgeteilt, dass die Fällungen im Landschaftsschutzgebiet Grazer Murauen im Zusammenhang mit dem genehmigten Projekt „Kraftwerke Gössendorf und Kalsdorf“ von der rechtskräftigen Genehmigung im UVP-Verfahren gedeckt sind. Auch der behördliche Sachverständige für Naturschutz bestätigte, dass die bauvorbereitenden Schritte hinsichtlich der betroffenen Flächen und des Zeitpunktes bescheidkonform sind. Der Ausbau und die Erweiterung bzw. Revitalisierung der Wasserkraft als sauberste Form der Energiegewinnung – natürlich unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Natur in den entsprechenden Genehmigungsverfahren – ist in Zeiten des Klimaschutzes wesentlich. Mit einer Gesamterzeugung von 166 GWh pro Jahr ist der Bau der beiden Murkraftwerke das größte Wasserkraftwerksprojekt an der steirischen Mur. Etwa 45.000 Haushalte können so künftig mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden. Kein anderes Projekt wurde außerdem mit einer derart breiten Palette an ökologischen Umwelt- und Begleitmaßnahmen umgesetzt. So belaufen sich die Kosten für diese Ausgleichsmaßnahmen auf zirka 20 Millionen Euro.

Mit der Bitte um Kenntnisnahme zeichnet mit freundlichen Grüßen MMag.Dr. Jürgen Dumpelnik, Bakk. Büro Landeshauptmann Mag. Franz Voves

Liebe A.

Landeshauptmann-STv. Hermann Schützenhöfer lässt sich sehr für Dein e-mail vom 13. März zum Thema Murkraftwerke bedanken. Es spricht für Dich, wenn Du Dich so sehr für den wertvollen Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen einsetzt. Auch wenn Herr Schützenhöfer nicht für dieses Projekt zuständig ist und daher keine Aussagen zur Projektabwicklung machen kann, ist er prinzipiell für den Ausbau der erneuerbaren Energie, da dadurch der CO2-Ausstoß von fossilen Brennstoffen verringert werden kann. Es ist richtig, dass Solarenergie noch „sauberer“ ist, leider ist die Energieproduktion derzeit noch zu teuer, um flächendeckend angewendet zu werden – aber in Zukunft führt an der Solarenergie kein Weg vorbei. Wenn wir dem Klimawandel wirklich begegnen wollen, ist auch der Ausbau der Wasserkraft notwendig, um von den fossilen Energieerzeugungsarten Schritt für Schritt weg zu kommen. Letztlich ist die Erwärmung der Erde das größte globale Problem, das uns in den nächsten 50 Jahren vor große Herausforderungen stellt. Natürlich soll dabei die Natur so weit wie möglich geschont werden und keine Rodungen vorgenommen werden, die unnötig oder illegal sind.

Alles Gute für Deine weitere Zukunft! mit besten Grüßen HR Mag. Wolfgang Wlattnig Büro Erster Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer

Sehr geehrte Frau H.

herzlichen Dank für das Vorbringen Ihres Anliegens, das wir sehr ernst nehmen. In Bezug auf Ihr Schreiben vom 14. März 2009 an Herrn Landesrat Ing. Manfred Wegscheider wird nach Erhebungen durch die zuständige Fachabteilung mitgeteilt, dass die Fällungen im Landschaftsschutzgebiet Grazer Murauen im Zusammenhang mit dem genehmigten Projekt “Kraftwerke Gössendorf und Kalsdorf” von der rechtskräftigen Genehmigung im UVP-Verfahren gedeckt sind. Auch der behördliche Sachverständige für Naturschutz bestätigte, dass die bauvorbereitenden Schritte hinsichtlich der betroffenen Flächen und des Zeitpunktes bescheidkonform sind. Der Ausbau und die Erweiterung bzw. Revitalisierung der Wasserkraft als sauberste Form der Energiegewinnung – natürlich unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Natur in den entsprechenden Genehmigungsverfahren – ist Zeiten des Klimaschutzes wesentlich. Mit einer Gesamterzeugung von 166 GWh pro Jahr ist der Bau der beiden Murkraftwerke das größte Wasserkraftwerksprojekt an der steirischen Mur. Etwa 45.000 Haushalte können so künftig mit umweltfreundlicher Energie versorgt werden. Kein anderes Projekt wurde außerdem mit einer derart breiten Palette an ökologischen Umwelt- und Begleitmaßnahmen umgesetzt. So belaufen sich die Kosten für diese Ausgleichsmaßnahmen auf zirka 20 Millionen Euro.

Mit der Bitte um Kenntnisnahme zeichnet mit freundlichen Grüßen Mag. Christine Vollmaier naturschutz und umweltrecht büro landesrat ing. manfred wegscheider à sport, umwelt und erneuerbare energien

Sehr geehrte Frau H.!

Vielen Dank für Ihren Brief. In der Frage Murkraftwerke schlagen zwei Seelen in meiner Brust. Natürlich berühren mich die Naturzerstörungen durch den Kraftwerksbau, auch die Betroffenheit über den Verlust von gut bekannten und lieb gewonnenen Erholungsgebieten kann ich gut nachvollziehen. Ich bin auch der Meinung, dass wir eine andere Energiepolitik und Verbrauchskultur brauchen. Wir sind für eine Energieversorgung in öffentlichem Eigentum. Schon jetzt gehören 49 Prozent des Verbundes privaten Eigentümern. Außerhalb von Österreich dominieren riesige – zu einem beträchtlichen Teil private – Energiekonzerne den Markt. Die von der EU verordnete und von unseren PolitikerInnen so willig nachvollzogen Liberalisierung des Energiemarktes hat nur den Konzernen und Großkunden genützt. Für einen privaten Energiekonzern ist Energie eine Ware wie jede andere, von der möglichst viel verkauft werden soll, um möglichst viel Profit zu machen. Deshalb sind diese Konzerne an Energieeinsparungen auch nicht wirklich interessiert. Gleichzeitig leben wir in dieser kapitalistischen Gesellschaft, wo alles und jedes zur Ware wird und die Menschen dazu verführt werden möglichst viel zu konsumieren – damit das Geschäft gut läuft. Ich wünsche mir eine andere, eine solidarische Gesellschaft, in der die wahren (nicht von den Werbung vorgegeben) Bedürfnisse aller Menschen befriedigt werden, und das auf eine Art, die nicht zur Zerstörung der Natur führt. Das wäre durchaus möglich denn unsere Gesellschaft ist reich genug und die Wissenschaft ist so weit fortgeschritten, dass alle Menschen unter menschenwürdigen Bedingungen leben könnten. Nur von einer solchen Gesellschaft sind wir meilenweit entfernt. Es ist eine Tatsache, dass die privaten Energiekonzerne den Markt beherrschen, dass der Bedarf an Energie jährlich steigt und viele Menschen in einem wahren Konsumrausch leben. Unter diesen Rahmenbedingungen plant die STEWAG zwei Murkraftwerke. Das sind Wasserkraftwerke, also besser als Atomstrom. Die Steweag ist immerhin noch mehrheitlich im Besitz des Landes Steiermark. Die Steiermark wird dadurch wieder zum Besitzer von Kraftwerken, nachdem in den unseligen Südpolverträgen die ESTAG alle ihre Kraftwerke abgegeben hat und nur mehr zum Stromhändler verkommen ist.

Diese Kraftwerke sind also auch ein Stück Unabhängigkeit. Außerdem sind sie ein Betrag zur dezentralen Versorgung mit Energie.

Die Alternative ist Strom transportiert mittels der 380 KV-Leitung geliefert von irgendwelchen Stromanbietern, wahrscheinlich mit einem hohen Anteil aus Atomstrom, denn ob ich es will oder nicht, der Energiebedarf steigt, (die Politik unternimmt viel zu wenig um das zu ändern) und wenn die Energie nicht von den Murkraftwerken kommt, dann eben vom europäischen Strommarkt. Unter diesen Gesichtspunkten ist die KPÖ für den Bau der Murkraftwerke unter Einhaltung aller Umweltauflagen. Wir sind nicht mit fliegenden Fahnen dafür, aber halten es als das kleinere Übel gegenüber der Stromanlieferung aus dem Ausland mittel 380 KV-Leitung. Ich habe Sie wahrscheinlich mit dieser Haltung enttäuscht, hoffe aber, dass Sie auch unsere Beweggründe verstehen.

Mit herzlichen Grüßen Renate Pacher

Sehr geehrte Frau H.,

ich danke für Ihr Mail bezüglich die Zerstörung der Murauen und teile Ihre Kritik voll und ganz. Ich bin der Meinung, dass wir durch die gezielte Förderung von alternativen Energieformen mehr erreichen können und zudem die Umwelt schonen bzw. die letzten Umwelt- und Regenerationsräume rund um Graz retten könnten. Gezielte Förderung heißt für mich, dass wir durch finanzielle Fördermaßnahmen die Anschaffung von Solaranlagen ermöglichen. Ich werde Ihre Anregung jedenfalls aufgreifen und einen Stop der Schlägerungsarbeiten selbstverständlich einfordern, glaube aber, dass dies angesichts der Mehrheitsverhältnisse in Bund, Land und Stadt wenig bringen wird. Ich glaube aber, dass in diesem Fall der langsam gedeihende zivile Widerstand (Demonstrationen, Proteste vor Ort) möglicherweise etwas ändern können. Mich haben Sie jedenfalls als Unterstützer!

Mit besten Grüßen und meinen besten Wünschen, dass die Murauen erhalten bleiben Ihr Gerald Grosz

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