Plattform warnt vor Stadt-Staustufe

Jetzt ist auch im Grazer Stadtgebiet ein Kraftwerk geplant! Die Plattform zum Schutz der Murauen warnt eindringlich vor negativen Konsequenzen der Stausstufe Puntigam für die Lebensqualität der Grazer Bevölkerung und die steirische Wirtschaft.

Das geplante Kraftwerk würde die Mur von der Puntigamer Brücke bis ins Stadtzentrum aufstauen und somit den Charakter der Mur als fließendes Gewässer zerstören. Wenig bekannt ist, dass die Mur im Grazer Stadtgebiet derzeit einen außergewöhnlich guten ökologischen Zustand aufweist und Heimat für zahlreiche Fische ist. Das erst kürzlich ausgebaute Freizeitangebot der Mur-Promenade wird von der Grazer Bevölkerung sehr gut angenommen und wertgeschätzt. Dieses sehr gut funktionierende Naherholungsgebiet würde durch die Baumaßnahmen und die Folgen der Aufstauung (höherer Wasserpegel, geringere Selbstreinigungskraft …) massiv beeinträchtigt.

noch ist die Mur ein Fließgewässer ...

Noch ist die Mur ein Fließgewässer – in ökologisch gutem Zustand!

Die ökologischen Folgen des Kraftwerkbaus im Zentrum von Graz wären fatal. Durch die Umwandlung eines fließenden in ein gestautes Gewässer würde sich die Flussökologie rapide verschlechtern. Die Mur als fließendes Gewässer fördert derzeit den Luftdurchzug durch die feinstaubgeplagte Mur-Metroplole. Auch aus touristischer und damit wirtschaftlicher Sicht wäre das Kraftwerk bedenklich: Das durch die Altstadt fließende Gewässer gehört zum historischen Grazer Stadtbild. TouristInnen können sehr wohl zwischen einem Fluss und einem Staubereich unterschieden.

Mit ähnlich vorgeschobenen Argumenten wie bei den geplanten Kraftwerken Gössendorf und Kalsdorf wird versucht, die Grazer Bevölkerung für dumm zu verkaufen und ihnen den Kraftwerksbau schmackhaft zu machen. Aus rein wirtschaftlichen Interessen eines einzelnen Unternehmens wird unter dem Vorwand der Errichtung eines Naherholungsgebietes ein bereits bestehender und funktionierender Freizeit- und Naturraum unwiederbringlich zerstört.

Weitere Infos:

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2096121/kraftwerk-soll-mur-graz-aufstauen.story


http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2096296/ich-kann-nicht-vorstellen-grazer-wollen.story

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Eine Antwort zu “Plattform warnt vor Stadt-Staustufe”

  1. Viktor sagt:

    Es droht ein Stillstand!
    Fließendes, bewegtes Wasser ist lebendig und belebt die Sinne. Nun soll aber auch mitten im Stadtgebiet von Graz die Mur in ein langweiliges stehendes Gewässer verwandelt werden. Getrübt würde aber nicht nur der Blick auf den Fluß: Auch die Verdünnung der schadstoffreichen Atemluft der Grazer durch die Luftbewegung, die die Muroberfläche erzeugt, würde wegfallen.
    Aus der Sicht der Stromversorger ist es naheliegend, immer neue, kostenintensive Projekte zu propagieren. Damit haben sie Argumente für die nächsten Sterompreiserhöhungen und können elegant der Frage ausweichen, ob und wann sie den Stromkunden das Geld zurückgeben, das sie ihnen durch überhöhte Tarife aus der Tasche gezogen haben. Zu ihrem Glück haben sie einen Grazer Bürgermeister, der sich bereits in ihrem Sinne festgelegt hat, bevor die Diskussion noch richtig begonnen hat.
    Mich würde nicht wundern, wenn wir Mag. Siegfried Nagl nach seiner Karriere als Bürgermeister auf einem einträglichen Posten in der E-Wirtschaft wiederfinden.

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