Umwelt(un)verträglichkeit von Kraftwerken

… oder wie Wahnsinnsprojekte Genehmigungen bekommen, obwohl sie gegen geltendes Recht verstoßen.

Auch bei Gössen- und Kalsdorf gab es Kartierungen, allerdings wurden diese unzureichend gemacht und so, dass es den Kraftwerksbauern recht gemacht wurde. Sicher ist, dass mindestens 2 FFH-Arten vorkommen (es könnten weitere hinzukommen, vielleicht gibt es dazu schon Erhebungen) – die Larven des Scharlachkäfers leben im Totholz der Laubbäume, aber der Huchen, der sich in den letzten Jahren gut vermehrt hat, wird durch den Kraftwerksbau ziemlich sicher wieder aus dem Grazer Raum verschwinden.

Nach den EU-Richtlinien darf kein Staat den Lebensraum einer FFH-Art einschränken. Es gibt bei einem Strafverfahren gegen so einen Staat hohe Summen an die EU zu entrichten. Vor wenigen Jahren zahlte Griechenland z. B. kräftig dafür, dass Jugendliche mit Mopeds den Brutstrand einer FFH-Schildkrötenart gefährdeten, weil das Gebiet nicht gut genug abgesichert war.

Sicher ist auch, dass Österreich durch dieses Vorhaben gegen die EU-Richtlinien verstößt. Es stellt sich nur die Frage ob Brüssel dagegen vorgeht oder ob die Staaten mittlerweile schon immer mehr “Extragenehmigungen” erhalten… Die Bauern dort sind ziemlich alle glücklich mit dem Kraftwerk, denn von einer so guten Ablöse haben die wohl nicht einmal geträumt … Die Leute haben leider viel zu wenig ein Auge für die Natur!

Unter den Biologen weiß natürlich jeder, dass so etwas so oder so ein Eingriff ist, der nicht zu entschuldigen ist, egal wie viele FFH-Arten dort leben (diese Arten sind nach meiner Abschätzung sowieso unzureichend und teilweise unbegründet gewählt). Aber es gibt leider ein paar schwarze Schafe, die so etwas möglich machen. Es handelt sich um sehr alte Biologen die von allen gehasst werden. Sie stimmen bei allen Projekten zu und verdienen damit besonders viel, weil sie folglich viele Aufträge bekommen. Das Ökoteam zum Beispiel stimmt immer dagegen oder verlangt umfassende Ausgleichsmaßnahmen. Erst gestern erfuhr ich, dass es Pläne gab die Au in diesem Gebiet zu renaturieren und zu einem Europa 2000-Schutzgebiet zu machen (vgl. Renaturiereungsprojekt in Gosdorf) !