Fluss-Gedicht – Eine Ode an die Mur

Mur-Ballade
von Daniel Vidic

in Frühlingstag an der steirischen Mur
Ganz inmitten von saftigem Grün,
Der glasklare Himmel in blauem Azur
Sah die Uferlandschaft erwachen und blühn.

Als wunderbar glitzerndes, silbernes Band
Zog der Fluss zwischen Hügeln dahin.
Von eiskaltem Schmelzwasser voll bis zum Rand
Wilde Entenschwärme begleiteten ihn.

Zwei Freunde saßen am Ufer im Gras
Sie verbrachten den Nachmittag hier.
Ihre Füße kühlte das strömende Nass,
Und die Kehlen das gute, steirische Bier.

Da fragte der eine: Was blickst du nur
So starr auf das Wasser hinaus?
Die Strömung ist reißend und kalt und die Mur
Sieht beim besten Willen nicht einladend aus.

Zur anderen Seite und wieder zurück,
Gab sein Freund ihm als Antwort darauf,
Schwimm ich in fünf Minuten und bring dir ein Stück
Von dem Treibholz da drüben aufs Ufer herauf.

Da –  schon sprang der mit Anlauf die Böschung hinab
In milchtrübe Schmelzwasserflut
Sofort trieb die eisige Strömung ihn ab
So bezahlte  er bitter den Übermut.

Halt durch, lieber Freund, ich bin ja schon da,
Und reich dir die helfende Hand.
Ich spring gleich ins Wasser, schon bin ich dir nah.
Und ich bring dich ans sichere, trockene Land.

Aber war auch das rettende Murufer nah,
Es kam keiner mehr lebend zurück.
Schlauchboote, Hubschrauber und Taucher sogar
Zogen aus, sie zu suchen und hatten kein Glück.

Ein Eisvogel sonnt sich im Frühlingswind,
In der herrlichen, grünen Natur.
Er alleine weiß, wo die zwei Freunde sind
In den Schmelzwasserfluten der Mur

Und auch wenn sie mitunter gefährlich sein mag,
Hoffen wir, dass es niemand vergisst:
Sie soll schäumen und rauschen, gewaltig und stark,
Und auch künftig so sein, wie sie ist!

—————————————————

Weitere kritische Worte vom Autor: “Murmöwe